Handbestickte Kleidung

Beim Fabrikspielzeug ist die Kleidung Verpackung. Beim Künstlerbären ist sie die halbe Arbeit — und oft mehr als die halbe Zeit.

Warum die Garderobe länger dauert als der Bär

Ein Bär ist in ein bis zwei Tagen zusammengesetzt. Eine bestickte Garderobe kann eine Woche und länger brauchen. Der Grund ist der Maßstab: Eine Naht, die an Menschenkleidung verschwindet, liegt an einem zehn Zentimeter langen Stück vollständig offen. Es gibt nichts, wohinter man sie verbergen könnte — also muss alles beim ersten Mal sitzen.

Die Stickerei vervielfacht das. Eine Szene auf einer Tasche ist ein Abend. Auf einer vollständigen Garderobe sitzen mitunter mehrere Dutzend davon.

Was „Handstickerei“ tatsächlich heißt

Mit der Nadel gearbeitet, Element für Element, direkt auf dem Kleidungsstück. Nicht gedruckt, nicht aufgebügelt, kein fertiger Aufnäher, der gekauft und aufgesetzt wurde. Jeder Vogel, Buchstabe, jedes Tier und Herz entsteht aus Stichen.

Daraus folgt etwas Wichtigeres als die Technik selbst: die Garderobe lässt sich nicht wiederholen. Ein Handstich sitzt nie zweimal gleich, deshalb gibt es zwei identische Sets nicht einmal von derselben Künstlerin.

Handstickerei von Druck unterscheiden

  • Die Rückseite. Die entscheidende Probe. Handarbeit ist hinten unregelmäßig, mit sichtbaren Fadenenden und unterschiedlicher Spannung. Gedruckte Motive und fertige Aufnäher sehen auf beiden Seiten gleich aus.
  • Die Kante des Motivs. Stickerei besteht aus Stichen und schwankt leicht. Druck hat eine vollkommen gleichmäßige Kontur.
  • Das Relief. Stickerei steht etwas erhaben und wird im Streiflicht sichtbar.
  • Wiederholungen. Suchen Sie zwei gleiche Elemente auf dem Stück. Bei Handarbeit unterscheiden sie sich immer ein wenig.

Wendbar gearbeitet

Jedes Teil der Garderobe ist wendbar: Kleid, Höschen, Schleife. Es gibt keine linke Seite im üblichen Sinn — die zweite Seite ist ebenso fertig gearbeitet, nur in einem anderen Muster. Ein Set ergibt zwei Erscheinungsbilder, die Nähte liegen zwischen den Lagen.

Der praktische Nutzen ist größer, als es klingt: Das Stück lässt sich wenden, wenn eine Seite ausbleicht oder Flecken bekommt, und der Bär sieht anders aus, ohne dass etwas dazugekauft wird.

Woraus genäht wird

Baumwolle, feines Leinen, Batist, Jersey, Seidenbänder und kleine Kurzwaren. Die Stoffe sind bewusst leicht — schweres Gewebe wirkt in diesem Maßstab grob und fällt nicht in Falten.

Pflege

Die Kleidung lässt sich vollständig ausziehen, was sowohl fürs Reinigen als auch fürs Umziehen zählt. Bestickte Teile brauchen keine Wäsche: Staub mit einer weichen Bürste abnehmen. Die eigentliche Gefahr ist direkte Sonne — sie bleicht Garn schneller aus als Stoff.

Wie das in der Arbeit aussieht

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